Schossfeuer

Verlorene Hexenkräfte 1.2 ...

Der Weg ist lang. Ich muss über einen Spalt hüpfen und stolpere immer wieder. Der Wolf begleitet mich, sieht mein Stolpern und sagt: „Für dich machen wir einen Relaxweg. Lass einfach los. Du musst keine Angst haben.“

Ein Fluss im Urwald lädt mich ein …
Ich lasse mich treiben, kümmere mich um nichts.

Als es mir langsam kalt wird, packt mich der Wolf und zieht mich an den Haaren aus dem Wasser. Viele Tiere kommen aus dem Urwald, auch Wölfe und schlecken mich mit ihrer Zunge so lange, bis ich wieder ganz warm bin. Ich setze mich auf und merke, wie es mir heiß wird. Richtig heiß.

Ich schaue an mir herunter – in meinem Schoß brennt ein Feuer. In mir brennt ein heißes Schoßfeuer!

Ich möchte es sofort verstecken, kauere mich zusammen – die Knie ganz eng an den Bauch gezogen, umfasse ich sie mit meinen Armen. Eine große Unsicherheit macht sich in mir breit. Ich bin mitten im Urwald und ich weiß, dass genau hier der richtige Ort ist für meine Frage. Meine Furcht möchte eine Antwort.

„Bist du mein verloren gegangener Hexenaspekt?“, frage ich mein Schoßfeuer.
„Ja!“
Der Wolf gibt mir diese Antwort.

Die Tiere schauen mich erwartungsvoll an. Immer mehr werden es.
Wieder versuche ich, mein Feuer zu tarnen, greife mit beiden Händen in die Erde und schmiere mich damit ein. Überall.
Ich möchte nicht anders sein als die Tiere. Ich möchte zu ihrem Kreis gehören. Ich möchte ihnen sagen, dass mein Schoßfeuer nichts Zerstörerisches hat und sie keine Furcht haben müssen.

Der Wolf schaut mich an. „Du kannst dein Feuer nicht tarnen!“

Ameisen krabbeln an mir entlang. Es kribbelt an meinem Körper und mir wird wieder ganz heiß.

Dann endlich kann ich loslassen.

Ja, ich bin anders als die Tiere. Ja, ich habe die Kraft und die Macht des Feuers in mir. Ja, ich überwinde meine Furcht.

Ich werde sichtbar!

Die Tiere schauen mich an. Wissend und in tiefem Einverständnis.
Jetzt können sie mir ihre Bitte, ihren Auftrag mitteilen. Darauf haben sie gewartet.

„Sprich für uns, gib uns eine Stimme. Dein Feuer, dein Sichtbarwerden ist auch unser Feuer, unsere Wildheit. Wenn wir es jedoch zeigen, werden wir gejagt und umgebracht. Du nicht. Erzähle von uns. Von dieser feurigen, wilden Macht, die uns verbindet!“

Ein Fuchs kommt und setzt sich genau vor mich. Er beginnt rückwärts über mich hinweg zu rutschen. So lange, bis ich ein Fuchsfell trage.

Ich bin eine feuerrote Füchsin. Ich habe einen wilden feurigen Schoß.

 

Reise einer Spinnerin, aufgezeichnet und weitergegeben von Christine Kostritza
Schichtbild: Annette Roemer, Stephen Steffler und Gerd Altmann auf Pixabay

Absicht der schamanischen Reise: Lass dich zu einem vergessenen/verlorenen Hexenaspekt führen und hole ihn dir zurück.

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