Spinnerinnen Magazin

Impuls und Inspiration für schamanisch Interessierte, Naturweiber, Ritualfrauen und offene Köpfe. Gewobenes aus alten und neuen Zeiten, Geschichten aus der Anderswelt und direkt aus dem Herzen.

No. 07 | 22. September 2021 | Texte: Katharina, Karin, Petra G., Lina, Christiane, Petra M., Dagmar, Su, Michèle, Annette | Lektorat: Pit

Zwischenzustand zwischen Tag und Nacht

Tag und Nacht sind gleich lang. Ab jetzt werden die Nächte immer länger, wir machen uns auf den Weg in die Dunkelheit. Wenn man den Jahreskreis auf den einzelnen Tag überträgt, dann entspricht dieses Fest dem Sonnenuntergang, dem Abendrot und der Dämmerung.

Und jeder weiß, wie schön das ist und wie intensiv die Farben eines Sonnenuntergangs sind im Spannungsfeld zwischen untergehendem Licht und schon heraufkommender Nacht. Und so ist auch der Herbst, dieser große „Sonnenuntergang des Jahres“.

Wir befinden uns in einem Zwischenzustand, auf der Schwelle zwischen Tag und Nacht. Zwischen Sommer und Herbst, zwischen Licht und Dunkelheit. Zum Herbst gehört die absteigende Energie, beginnendes Alter, beginnende Weisheit, Wehmut und Abschied. Jetzt kommt die Zeit, mit dem tiefen inneren Wissen in Berührung zu kommen, zurückblicken können und ernten, was gesät wurde. Auch nach getaner Arbeit ruhen, in großer Dankbarkeit vor dem Haus sitzen.>>>weiterlesen

Text: Katharina Waibel
Foto: Julia Roemer

Kreise des Lebens

„Rund ist die Urform unseres Lebens“, sagt Galsan Tschinag, Schamane der mongolischen Altai-Tuwiner.

Der Kreislauf des Werdens und Vergehens und wieder Werdens: Lange Zeit bestimmte er, wie die Menschen die Welt wahrnahmen – und wie sie ihre Umwelt dann auch gestalteten. Der Kreis fand sich wieder in ihrer Kunst, in ihrer Architektur, in ihren sozialen Strukturen und auch im Denken. Unsere Vorfahren orientierten sich an dem, was wiederkehrt, an Ähnlichkeiten. Sie dachten in Vergleichen, in mythologischen Geschichten.

Unsere heutige, mitteleuropäische Kultur hat sich von der natürlichen runden Form weitgehend verabschiedet: in der Architektur, in der Kunst und auch im Denken. An die Stelle des Zyklischen ist das Lineare getreten, das Einzigartige, Unvergleichliche, mit einem Anfang und einem Ende. Unsere Zeit messen wir nicht mehr am Himmelsgewölbe mit der Hilfe von Sternen und Planeten. Anstatt dessen ticken unsere Uhren im Sekundentakt: immer vorwärts, möglichst aufwärts auf dem Pfeil, der unsere Lebensspanne darstellt. Stress und Hektik sind die Begleiterscheinungen dieser linearen Zeitwahrnehmung, denn aus dieser Perspektive passiert ja alles nur ein einziges Mal. Diese Chance, die darf man auf keinen Fall verpassen, sie kommt nicht wieder.  >>>weiterlesen

Text: Dagmar Steigenberger
Fotos: Himmelsscheibe von Nebra (Pixabay),  Mondrad (Andrea Rosin), Mond (Dagmar Steigenberger)

Schamanische Reise zur Tollkirsche

Lasst uns eine Reise zur Ahnenkiste machen! Klingt witzig, aber irgendwie auch unverständlich. Worum geht’s?

Mit unserer Geburt setzen wir die lange Reihe der uns Vorausgegangenen fort. Und viele, die uns vorausgegangen sind und jetzt hinter uns stehen, geben uns Dinge mit auf unseren Lebensweg. Gefühle, Traumata, Talente, bestimmte Gaben.
Allerdings tragen wir manchmal auch Dinge, die gar nicht uns gehören. Oft sind es Dinge, die zu ihrer Zeit und an ihrem Ort nicht angesehen, nicht bearbeitet wurden.

Das Problem: Wir können die Arbeit nicht für unsere Ahnen übernehmen, das müssen sie selbst tun. Die Reise zur Ahnenkiste ist wie ein Entrümpeln und Aufräumen zu verstehen. Es ist wie der Dachboden oder Keller eines alten Hauses: Man macht sich daran, die alten Kisten zu entrümpeln und findet lange verschollen geglaubte Sachen. Oder man kann endlich etwas lange Vermisstes zurückgeben. Es tut gut aufzuräumen und Dinge denen zurück zu geben, denen sie eigentlich gehören. Letztlich helfen wir damit auch unseren Ahnen. >>>weiterlesen

Text: Petra Grolig

Die Verwandelbare

Wenn sie sich aufmacht, die Verwandelbare, dann kennt sie ihren Weg. Sie hat die Erfahrungen vieler Leben abgespeichert und sehr wohl ist sie sich ihres Auftrags, Dein Schicksal zu spinnen, bewusst.

„Ich bin die, die auf Dich und auf alles, was Dich bewegt und was Dir begegnet, achtet. Ich bin diejenige, auf die Du Dich verlassen kannst; die Dich hinterfragt in Deinem Denken; die Dich stolpern lässt bei unüberlegten Handlungen; bin die, die Schlimmeres zu verhindern vermag. Ich bin diejenige, die Dir offen ins Gesicht sagt,  dass alles was ich Dir tue, Dir antue, reine Fürsorge ist.

Es mag sein, dass Du meinen Sinn nicht verstehst, weil Dein Körper Dir eine diffuse Information gibt, wenn ich da bin, in Deinem System. Ich komme heute ganz ungeschminkt zu Dir. Ich mag Dich direkt ansprechen und Dich wissen lassen, dass ich auf Deiner Seite bin. Lass uns mit offenen Karten spielen, ich bin Deine Angst und es ist an der Zeit, die Verantwortung für Dich selbst zu übernehmen.

Es gab eine Zeit, in der ich Dein Überleben gesichert habe, eine Zeit, in der Du Mensch Dich nur auf Deine Sinne verlassen konntest, eine Zeit, in der Du Gefahren ausgesetzt warst, in der Du selber, ganz allein für Dein Überleben sorgen musstest.  >>>weiterlesen

Text und Bild: Christiane Holsten

Zwischenräume, Wandel und erfüllte Wünsche

Ich sitze unter einem Walnussbaum und hab ihn gebeten, mir Ideen zu liefern. Es zieht mich fest zu ihm momentan.

Die Walnuss, der Baum des Wandels, der Geburtsbaum, der uns immer helfen kann, wenn neue Lebensabschnitte anstehen. Wir befinden uns momentan im grossen Wandel. Wie im Aussen so im Innen, wie im Innen so im Aussen. Freundschaften, Beziehungen, Existenzen, Träume zerbrechen, rechts und links kracht und donnert es.

Und ich sehe all die Herzen, die sich zusammenziehen und wissen, dass sie loslassen müssen. Dass sie Menschen, Ideen und Wünsche ziehen lassen müssen… Wenn das Herz die Tore weiter geöffnet hat und jemand rein- und einfach wieder rausspaziert ist. Das Herz hinterherbrüllt, aber die Silhouette schon am Horizont verschwunden ist, das Herz die Tür zuknallt, um dann immer wieder verstohlen durchs Guckloch zu gucken oder die Tür einen Spalt zu öffnen, vielleicht ist er ja zurückgekommen.

Der Mensch, die Hoffnung, der Traum. Doch da steht nichts und niemand. Und das Herz denkt „die Hoffnung stirbt zuletzt!“, und im selben Moment „weisch waaaaas…“ Riegel vor, fertig lustig…. (um 10 Minuten später wieder zu güggseln).

Übrig bleibt eine leere Stelle und eingravierte Namen, Wünsche und Träume.  >>>weiterlesen

Text: Lina Engler
Fotos: Annette Roemer


sei dabei und zeig dich bei den Spinnerinnen

Du, bei den Frauenfäden, deine Seminare, Visionssuchen, Workshops, Trommelkreise und Schätze.
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Von Brombeerschnäuzchen und stramm gekleideten Männern

Die Sprache des Unbekannten

Lang nicht mehr habe ich so viele leckere Brombeeren gegessen, anscheinend sind die dornigen Triebe in diesem Jahr besonders gut gewachsen. Wie ich den Kurs „Natur als Spiegel“ vorbereite, so begegnet sie mir immer wieder, die Brombeere. Wo ich gerne querfeld durch den Wald ginge, macht sie mir den Weg schwer, so einladend die Beeren, so undurchdringlich die Hecken. Sie stünden für Loslassen von Altem und öffneten Wege für Neues.

Ich erinnere mich an den Satz, der vor anderthalb Jahren in meinem Ohr hängegeblieben ist: „Nichts wird je wieder sein, wie es war.“ Auch wenn dies ja eigentlich immer zutrifft, so war damit wohl etwas Besonderes gemeint. Das Wuchern der Brombeeren verbindet sich in meinen Gedanken ganz eigenmächtig mit dem aktuellen Zeitgeschehen und ich sehe im Spiegel die Angst vor dem Loslassen und das Unbekannte, das sich unweigerlich vor unseren Augen zu öffnen beginnt.

Die Alltagsrealität mit zunehmenden Einschränkungen verhakt sich wie Dornen in den Gemütern, und Rechthabereien verstricken die Menschen, wo sie sich doch so genüsslich verführen lassen könnten von den süssen Beeren.  >>>weiterlesen

Text: Petra Meyer
Fotos: Annette Roemer

Weisses Fähnchen

Neulich meinte mal jemand: „Zeig doch mal die wütende Lina“, das hat mir zu denken gegeben.

Ich bin kein wütender Mensch, das aufsteigende Feuer entspringt nicht der Wut. Meist entspringt das Feuer der Trauer und der dadurch aufsteigenden Kraft, die Veränderung bewirken soll. Und zurzeit verspüre ich viel Trauer und die aufsteigende Kraft versiegt von Tag zu Tag mehr, wird kleiner, wird zum Flämmchen, droht zu erlöschen.

Ich schreibe ungern über das momentan vorherrschende Thema, das olle C-Wort, denn darum geht es mir gar nicht. Es geht mir um Gemeinschaft, um Gemeinsamkeit, um ein Zusammenhalten. Worte die immer mehr zu leeren Hüllen verkommen. Propagiert und nicht gelebt. Von allen Seiten höre ich „der gesellschaftliche Graben darf nicht tiefer werden!“ und zugleich werden lustige Bilder verbreitet, die entweder jene auf der einen oder jene auf der anderen Seite herabsetzen.

Beide Seiten beschimpfen sich zunehmend härter, der Wind wird von Tag zu Tag rauer und ich steh seit bald zwei Jahren irgendwo dazwischen und wedle wild mit meinem kleinen weissen Fähnchen: „Bitte vertragt euch doch, wir brauchen uns!“

Mein Wedelarm ist müde, mein Fähnchen sinkt…

Und ich stehe da und ertappe mich, wie auch bei mir Gedanken aufflackern: „Wie dumm seid ihr doch… wie dumm seid ihr, dass ihr euch so manipulieren lasst von euren Bubbles, von euren Quellen, von den Medien, von den Antimedien, von überallher… >>>weiterlesen

Text: Lina Engler
Foto: jplenio auf Pixabay

Die aussterbende Kunst der Gesichts-Tattoos bei den Amazigh-Frauen

Der geläufigere Namen für Amazigh-Frauen ist Berber-Frauen. Mir war jedoch nicht bewusst, dass Berber ein abwertender Begriff ist, abgeleitet von „Barbaren“. Damit wird schon deutlich, wie Amazigh-Frauen in der Vergangenheit und zum Teil auch heute wahrgenommen werden. Sie selbst nennen sich Amazigh, was „freie Menschen“ oder „edle Menschen“ bedeutet. Imazighen ist der Oberbegriff für verschiedene indigene Gruppen in Libyen und anderen Teilen Nordafrikas, die keine Araberinnen sind. >>>weiterlesen

Text: Karin Hangartner
Foto: Emily Hasson Pixabay

DreiBildWort Bootschaft

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Bilder und Text: Su Albrecht


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Reife Zeit

Wendepunkt. Zeitpunkt. Ausgeglichenheit.
Du setzt Zeichen für Einkehr.
Mahnst zur Ernte und weisen Vorbereitung.
Hell. Dunkel. Schatten. Licht.
Tag und Nacht. Alles in Balance.

Was ist des Menschen Balance?
Herz, Körper, Geist, Verstand.
Was hält Lichtvolles aufrecht in dunklen Stunden?
Oh, funkelnder Schimmer in der Mitte des Seins.
Lass uns stets zum Gleichgewicht der Seele zurückfinden.

Tagundnachtgleiche, dir gibt sich die Natur hin.
Reife Zeit.
Du liegst auf der Erde wie ein zarter Zauber.
Tauchst alles in Fülle und Farben.
Goldenes Sonnenlicht.
Wonne auf der Zunge.
Du forderst auf zum grossen Finale der sichtbaren Präsenz.

Eine neue Zeit kündigst du an.
Oh, lass uns die Schätze sehen und ehren!

Gedicht: Michèle Graf
Foto: Johannes Plenio, Pixabay

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