Rabenmutter

Mutter sein …

Raben sind soziale Wesen, das hat man verdreht. Somit ist Rabenmutter kein Schimpfwort, sondern eine Auszeichnung …

Aus ihren Schultern wachsen Flügel.
Schwarz und schwer.
Von all den Erinnerungen.
Sanft und weich.
Von all der Liebe.
Sie bedecken ihren Körper und das Kind.
Wie ein Mantel.
Wie ein Schild.
Was man sieht, sind all die schwarzen Federn.
Nicht das weiße Federkleid.
Was man nicht sieht, sind all die Farben, welche das Schwarz zu spiegeln vermag.
All das Weiß, welches leicht beschmutzt wird.
Beschmutzt von Gedanken, Worten, Urteilen.

Die Rabenmutter wird nie gerecht.
Doch ist sie immer gut.
Immer genug.
Sie steht heute allein.
Ohne einen Reigen an Ahninnen.
Die füttern, nähren, sorgen.
Damit sie sich nähren kann.
Sie muss alles sein und alles zeigen.
All ihre Kompetenz und ihre Fürsorge.
Sich verbirgt sie hinter ihrem schwarzen Federkleid.
Zeigt nur ihre weißen Federn …
die, welche verletzlich sind.

Die Rabenmutter.
Sie fliegt davon.
Breitet ihre Flügel aus.
Und sagt:
„Komm, flieg auch du.“

„Breite deine Flügel aus.
In allen deinen Farben.
Ich trage dich.
Denn ich weiß um meine Kraft.“

 

Die Anforderungen an Mütter sind heute vielleicht größer als je zuvor. Oft fehlt das tragende Netz, die Großfamilie. Immer noch sind sie es, die oft im Hintergrund das Feld für einen Mann stärken.

„Rabenmutter“ ist ein Bild mit Text, welches auch die Vielfältigkeit der Aufgaben, Erwartungen, Hoffnungen und Ängste einer Mutter zeigen soll. Doch vor allem Bewusstsein schaffen soll für die Stärke, die in Müttern steckt. Für die entscheidende Rolle, Umsicht, Weisheit, welche Mütter als tragende Säulen in der Gesellschaft beitragen.

 

Autorin und Bild: Veronika Laimer-Hubmann
(Acryl auf Leinwand 2023, 60x80cm)

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Christine Kostritza

    Liebe Veronika, dein Text berührt mich – die Rabenmütter ist wie eine kulturelle Wunde, die v.a. die Frauen kontrollieren soll. Ich liebe die Raben seit meiner Kindheit und schlitterte auch durch meinen „Dschungel“ aus höchst widersprüchlichen Muttergefühlen. Jetzt kann ich sagen, wir haben Ahninnen und zwar rabenschwarze, eigenwillige und liebevolle. Du bist eine kraftvolle Rabin und eine hingebungsvolle Künstlerin. Das gefällt mir sehr, liebste Spinnerin.
    Schwarz-Weiß-Bunte Flügelgrüße Christine 🪶🪶🪶