Zwillinge

Zwillinge Sternzeichen - Dagmar Steigenberger - Sonne Mond und Erde

♊️ Sternzeichen Zwillinge – 21. Mai bis 21. Juni

Die Zwillinge nahe der Milchstraße fallen durch ihre hellen Sterne Castor und Pollux ins Auge. Die Araber sahen in diesem Sternbild einen Löwen, in der griechischen Mythologie sind es zwei ungleiche Zwillingsbrüder: der eine ein Gott, der andere ein Mensch. Castor und Pollux waren die Söhne der Leda, hatten aber zwei unterschiedliche Väter, nämlich einen Gott und einen Menschen. Pollux, Sohn des Zeus, war unsterblich, während Castor, Sohn des Tyndareos, sterblich war. Die beiden liebten einander so sehr, dass Pollux beim Tod von Castor den Vater Zeus bat, seine Unsterblichkeit mit dem Bruder teilen zu dürfen. So lebten die beiden fortan die Hälfte des Jahres im Hades und die zweite Hälfte im Olymp.

Damit sind die Zwillinge nicht nur ein Zeichen der tiefen geschwisterlichen Liebe, oder Symbol der Polarität allen Seins. Sie zeigen auch, wie eng und gut die Beziehung zwischen Ideal und Realität sein kann, selbst wenn letztere immer irgendwie einen Haken hat. Am Anfang steht ja meistens eine Idee, etwas rein Geistiges, das ich mir wunderschön perfekt vorstelle. Verwirkliche ich die Idee, stoße ich immer wieder auf Probleme, die ich zuvor vielleicht nicht bedacht habe. Oder es passieren Fehler … die das Ergebnis nicht ganz so aussehen lassen wie gedacht, aber sie geben ihm eine unvergleichliche Note. Jede Schramme hat eine Geschichte, die erzählt werden will, die unterhält, die den Zuhörenden Einsichten und Erkenntnisse bringt. Die Geschichte zu einem perfekten Ergebnis hingegen ist meistens eher langweilig.

Die Geschichte der Zwillinge erinnert mich daran, Nachsicht zu haben bei Fehlern (von mir selber wie von anderen) und Unperfektheiten als kreative Details willkommen zu heißen. Selbst der Natur passieren immer wieder Fehler, ohne die es keine Evolution gäbe: vor der Selektion kommt die Mutation.

Weil wir schon bei der Natur sind: Die Verbreitung von Information ist ein wichtiges Thema der Zwillinge-Jahreszeit. Die genetische Information wirbelt als gelber Pollenstaub durch die Luft, die akustische Information zwitschern die Vögel von den Bäumen und Dächern (nämlich dass das hier ihr Revier ist!). Und die olfaktorische Information der Blüten lautet „Komm zu mir, bestäube mich!“ Der Geruch variiert je nachdem, welche Insektenart sie damit anlocken wollen. Die Zwillinge als sogenanntes „veränderliches Zeichen“ sind Wegbereiter für die kommende Jahreszeit: für den Sommer. Denn Früchte bringt die Natur umso mehr hervor, je besser es mit der Bestäubung geklappt hat.

Autorin und Zeichnerin: Dagmar Steigenberger

Zwölf Sternzeichen

Die Astrologie ist eine ziemlich bodenständige Sache, finde ich. Denn eigentlich markieren die Sternzeichen verschiedene Stadien im Jahreszyklus der Natur. Die Babylonier haben diese Parallelen zwischen Sternenhimmel und Naturgeschehen als erste aufgezeichnet. Später ergänzten die Griechen die Deutungen um ihre südeuropäische Sichtweise.

Zwillinge Sternzeichen - Dagmar Steigenberger

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