♒️ Sternzeichen Wassermann – 21. Januar bis 19. Februar
Der Wassermann, ein Luftzeichen? Und was ist mit dem Wasser? Das Wassermann-Sternbild war für die Alten Griechen der Deukalion, der ähnlich wie Noah eine Sintflut überlebte. Eine fliegende Taube brachte dem Noah das Zeichen fürs Ende der Katastrophe und fürs frisch grünende Leben. Daher vielleicht das Luftige des Wassermannes?
Aber eben auch Wasser: Wenn die Sonne vor 2000 Jahren das Sternbild Wassermann durchquerte, gab es regelmäßig Überflutungen. In Ägypten trat dann immer der Nil über seine Ufer, und in Griechenland war es wohl nicht nur die Regenzeit, sondern auch der schmelzende Schnee vom Olymp, der im Vorfrühling Überschwemmungen brachte. Das Wassermann-Sternbild stammt noch aus der babylonischen Zeit, und auch da gab es schon einen Sintflut-Mythos, der im Gilgamesch-Epos festgehalten ist. Irgendwie waren sie schon auch göttlich, diese Überschwemmungen während der Regenzeit: Nach der Katastrophe blühte das Land regelmäßig in üppiger Schönheit wieder auf – ein Zyklus, den sich die ersten Ackerbauern schließlich zunutze machten.
Und so ist der Wassermann noch heute charakterisiert: kreatives Chaos, dessen Genie erst später erkannt und gewürdigt werden wird. „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Das ist eines meiner Lieblings-Zitate von Friedrich Wilhelm Nietzsche, dass das Wassermann-Prinzip perfekt trifft. Zerstörung und Ende eines Lebenszyklus und zugleich der zarte Beginn von neuem Leben: wie der römische Gott Janus, nach dem der Januar benannt ist und der mit seinen zwei Gesichtern zugleich zurück in die Vergangenheit und nach vorne in die Zukunft blickt.
Autorin und Zeichnerin: Dagmar Steigenberger
Zwölf Sternzeichen
Die Astrologie ist eine ziemlich bodenständige Sache, finde ich. Denn eigentlich markieren die Sternzeichen verschiedene Stadien im Jahreszyklus der Natur. Die Babylonier haben diese Parallelen zwischen Sternenhimmel und Naturgeschehen als erste aufgezeichnet. Später ergänzten die Griechen die Deutungen um ihre südeuropäische Sichtweise.
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