Unter der Rinde ruht das Uralte

Palmsonntag - Frühling - Naturspiritualität - Annette Roemer

Bevor irgendwer von Palmen sprach, gingen wir hinaus.

In den Wind.
In die Kälte, die noch in der Erde und in unseren Knochen steckte.
In den Übergang.

Wir schnitten Zweige.
Mit den Baumgeistern murmelnd.
Naturverbunden.
Lebendig.

Weide.
Hasel.
Birke.
Holder.

Knospen prall.
Saft steigt auf.
Leben drückt wie verrückt.

Wir brachten sie heim.
Stellten sie in unsere Küchen, auf unsere Altäre.
Steckten sie über Türen, in Ställe, an Orte, die Schutz brauchten.

Nicht aus Gewohnheit.
Aus Wissen.
Knochentief und uralt.

Dass das erste Grün trägt.
Dass es wehrt.
Dass es ruft.

Fruchtbarkeit.
Wachstum.
Kraft.

Dann kamen andere Geschichten.
Palmen.
Den eigenen Glauben nehmend.

Doch unter all dem liegt noch immer das naturspirituelle Alte.
Das mit der Natur verbunden SEIN.
Das Stärkende.

Die Knospe, die sich nicht aufhalten lässt.
Der Saft, der steigt, egal wie lange der Winter war.
Das rohe Ja zum Leben.

Geh raus.
Hol dir deinen Zweig.
Dein knochentiefes Erinnern.

Spür ihn.
Murmle mit ihm.
Lausche.

In Gedenken.
An Naturspiritualität.
An deine Kraft.

Unter deiner Haut ruht das Uralte.

Text und Foto: Annette Roemer, Morgengedanken am Palmsonntag

 

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