Totale Mondfinsternis über Europa

Das spannendste Ereignis am europäischen Nachthimmel in diesem Jahr steht kurz bevor: die totale Mondfinsternis am 7. September. Wir verraten dir, wo und wann du sie sehen kannst.

Doch zunächst einmal ein paar Fakten und Hintergründe zur Mondfinsternis:

Wie entsteht eine Mondfinsternis?

Wenn die Erde genau zwischen Sonne und Mond hindurch zieht, fällt ihr Schatten auf den Mond. Der verdunkelt sich dann aber nicht einfach, sondern leuchtet plötzlich blutrot. Die langwelligen roten Lichtstrahlen winden sich nämlich um die Erde herum und beleuchten so trotz Schatten die Mondoberfläche. Deshalb nennt man den Mond zur Mondfinsternis auch Blutmond. Zwei Wochen später gibts noch eine Sonnenfinsternis obendrauf: Dann wandert der Mond exakt zwischen Sonne und Erde hindurch und wirft seinen Schatten entlang eines schmalen Bandes (diesmal am Südpol) auf die Erde.

Was haben die Mondknoten mit Finsternissen zu tun?

Wann im Jahr eine Mond- oder Sonnenfinsternis zu erwarten ist, kannst du vom Mondknoten ablesen. Er befindet sich aktuell auf der Fische-Jungfrau-Achse und das bedeutet: Wenn die Sonne zusammen mit Voll- oder Neumond in einem der beiden Zeichen Fische oder Jungfrau steht, gibt es eine Finsternis, also im März und September. Mondfinsternisse erleben wir nur immer zu Vollmond, Sonnenfinsternisse nur immer zu Neumond.

Was bewirkt eine Mondfinsternis bei uns?

Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis reagieren Tiere und Pflanzen recht gelassen auf eine Mondfinsternis. Nur der Mensch nicht: In vielen Kulturen wird eine Mondfinsternis häufig als negatives Omen gewertet oder mit Veränderungen und magischen Kräften assoziiert.

Die Germanen dachten, wenn die Wölfe Hati und Skalli den Mond jagen, zubeißen und sein Blut über die Sonne spritzt (die Sonnenfinsternis 14 Tage später), geht die Welt unter. Auch bei den Inka geht es in den Mythen zur Mondfinsternis blutig her: Dann reißt ein Jaguar den Mond am Himmel und sucht sich anschließend Menschenopfer. In China ist es ein Drache, der am Mond frisst und sich nur mit viel Lärm davon abhalten lässt, ihn ganz zu verspeisen. Auf diese Geschichte geht die Bezeichnung „Drachenpunkte“ für die Mondknoten zurück. In Japan bedeckte man bei einer Mond- oder Sonnenfinsternis alle Brunnen, weil man glaubte, dass das „kranke“ Licht das Wasser vergiften würde. In Indien raten manche Gurus davon ab, während der Mondfinsternis zu essen. Nur die Batammaliba in Afrika konnten einer Finsternis etwas Positives abgewinnen: Sie besänftigten den Streit zwischen den beiden Gestirnen, indem sie zusammenkamen und alten Zwist untereinander beendeten.

Wann und wo kannst du die Mondfinsternis beobachten?

Am Abend des 7. September geht der Vollmond um 19:40 Uhr (in München) auf. Da befindet er sich bereits in der Verdunkelungsphase, in der er rötlich erscheint. Die maximale Verdunkelung erreicht er um 20:11 Uhr. 40 Minuten später endet die Hauptphase, um kurz vor 22 Uhr endet auch die partielle Verdunkelungsphase. Danach ist der Mond noch eine Stunde lang leicht grau gefärbt in der Halbschattenphase zu sehen.

 

Autorin: Dagmar Steigenberger
Fotos: night shot und Guy Rey-Bellet Pixabay

 

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