Spinnerinnen Magazin

Quelle und Inspiration für schamanisch Interessierte, Naturweiber, Ritualfrauen und offene Köpfe. Gewobenes aus alten und neuen Zeiten, Geschichten aus der Anderswelt und direkt aus dem Herzen.

No. 05 | 21. Juni 2021 | Magazin | Layout: Annette | Texte: Dagmar, Karin, Christine, Elisabeth, Sandra, Su, Michèle, Annette | Lektorat: Pit

Wir sind Sommer

Ungebremste Lebensfreude, trommeln, im Regen tanzen, in der Stille sitzen, Nachtkerzenleuchten, liebkosen, Blumenkränze im Haar, den frühen Morgen riechen, Gin Tonic, Rosmarin, Fülle, Bienensummen, Vanilleeis am Kinn, Heuduft, Krafttiere schnitzen, bunte Bänder filzen, Grillenzirpen, SpinnerinnenGeschichten lesen, Muschelrauschen, den Geistern Glitzer schenken, Schmetterlinge anlächeln, barfuss durch den Morgentau, Lindenduft, Luftmaschenketten, Kinderlachen, Vogelfedern finden, leidenschaftlich verschlungene Körper, Sommersprossen zählen, in den See hüpfen, laut lachen, das Feine, Mädelsüss, mit tollen Weibern im Kreis sitzen, Johanniskraut, Lagerfeuer, Bienensummen, Kirschküsse, Gänseblümchen, im Lieblingsrock spazieren gehen – ohne was drunter, Sommerwind spüren, kuscheln, Freunde treffen, an Babys schnuppern, den kleinen Leuten ein Lied singen, Sorgfalt für uns und die anderen, Miteinander, Beifuss, Leichtigkeit, Lust, duftende Kräuter und Blüten sammeln, ein Räucherbündel mit ‘nem Lindenblatt binden, am Feuer sitzen, Lieder singen, sich wieder neu in den/die Alte(n) verlieben, das Herz mit Liebe füllen, unter Linden sitzen, Kraft und Tatendrang spüren, bei den Spinnen shoppen, auf Grashalmen kauen, sich mit duftenden Ölen massieren, Picknick, kühles Bier, Vogelgezwitscher, schräges Zeugs an meinen Hut stecken, noch ‘nen Eisbecher essen, Katzenschnurren, aufs Meer schauen, dem Bergwind lauschen… >>> weiterlesen

Text & Foto: Annette Roemer

Frauen, kommt in eure Kraft!

Der Mond symbolisiert die weibliche Kraft. Aber warum eigentlich? Warum nicht die Sonne, die im Deutschen mit uns Frauen das weibliche Geschlecht gemeinsam hat? Eine feministische Streitschrift für DIE Sonne und DEN Mond.

Unter uns Frauen ist es verbreitet, den Mond „die Mondin“ zu nennen und damit einzufordern, dass dieser Himmelskörper endlich wieder zu uns Frauen gehört. Wieder?

Innerlich rege ich mich jedesmal tierisch darüber auf, über diese „Mondin“. Ich liebe den Mond, keine Frage! Und ich liebe Männer. Ich aber bin die Sonne.

Ups! Das lässt mich gleich zusammenzucken, soviel Selbstbewusstsein, darf ich sowas wirklich schreiben? Oder ist das größenwahnsinnig? Aber es stimmt nun mal, in unserer Familie bin ich vielmehr die Sonne oder die Erde als der Mond. Ich bin diejenige, die zuverlässig und regelmäßig mindestens zwölf Stunden am Tag für unsere zweijährige Tochter präsent ist, ihr Wärme und Nahrung gibt. Für mich ist das ganz selbstverständlich, schon allein deshalb, weil ich sie neun Monate lang in meinem warmen Bauch mit mir herum getragen habe und sie später eineinhalb Jahre lang die Milch aus meinem Busen genuckelt hat. Mein Mann war da immer etwas neidisch.

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Text und Bilder: Dagmar Steigenberger

Tanze

Ich recke mich, strecke mich, knäuel und krätzel mich.

Ich schaue nach oben, der Himmel ist blau, die Bäume winken mir zu, die Eichhörnchen hüpfen von Ast zu Ast und schauen, was ich tue.

Ich sitze auf meinem Meditationskissen und blicke in meinen Garten. Die Blütenkelche nicken mir zu und wispern: «Was macht sie gerade?» Tuschel, tuschel… Das Gras wiegt sich unter dem sanften Gesäusel des Windes. Meine Katze streift durch das Gras und springt nach einer Libelle. Es ist friedlich, sanft, lieblich. Der Wind flüstert mir zu.

Ich gehe, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, in den Garten und schaue nach den Blumen, die ich gesetzt habe. Sie kichern, endlich kommt sie.

Meine Katze liegt versteckt im Storchenschnabel und wachen Auges nimmt sie jede meiner Bewegungen wahr. Ich lache ihr zu, drehe mich, singe und springe. Ich fühle mich so wohlig und aufgehoben in meinem Garten, in der Natur, die mich liebevoll umhüllt. >>>weiterlesen

Text und Foto: Karin Hangartner

Der Rote Sommerhut​

Mitten im Winter heckten sie diesen Plan aus. Erst war es nur ein feiner Gedankenfaden, der sich aus dem nächtlichen Feuer emporschlängelte. Einfach so. Vielleicht weil es jedes Jahr mehr wurden, vielleicht weil sich die Geschichten bereits wiederholten und vielleicht weil sie schon lange wussten, dass es so nicht weitergehen konnte.

Also fingen sie an zu spinnen, plapperten durcheinander, lachten und prusteten wie schon lange nicht mehr. Und dann schauten sie alle nach Süden und sangen ihr Sommerlied – das hatte es noch nie gegeben.

Der Clan der Sommer-Schatz-Hüterinnen war über die Schwelle gegangen, herzklopfend. All die herrlichen Schätze der Sommermädchen wurden von ihnen gehütet und sehr sorgfältig und liebevoll behandelt. Doch diese wunderbaren Schätze häuften sich mehr und mehr an – und wurden vergessen. Der Weg in die Sommerländer war verschüttet.

Die Lage war ernst, das konnten sie sich endlich eingestehen. Allein würden sie es nicht schaffen – die Älteste der Sommer-Schatz-Hüterinnen musste gerufen werden. Noch nie hatten sie im Winter ihre Sommerglöckchen benutzt, doch sie hatten einfach keine andere Wahl. Dann warteten sie, einen ganzen Tag und eine ganze Nacht.

Und plötzlich stand sie vor ihnen!  >>>weiterlesen

Text: Christine Kostritza
Landkarte: Gerd Altmann
Schichtbild: Annette Roemer

Ich bin die Schwarze Göttin

Ich tauchte da auf, wo drei Kontinente zusammenkommen, im fruchtbaren Halbmond der Erde. Aber natürlich hatte ich schon immer existiert.

Ich trug einen goldenen Armreif und meine Wohnung war der Weltenbaum. Als der Weltenbaum gefällt wurde, wurde die Welt in Himmel und Erde geteilt, aus dem Holz des Baumes wurden ein Thron und ein Bett gebaut und ich floh in die Wildnis. So kam die Spaltung in die Welt, und was vorher Ganz gewesen war, war es nun nicht mehr, und was Gleich gewesen war, wurde Ungleich.

Die Männer bekamen den Thron, und die Frauen das Bett, Männer den Himmel und Frauen die Erde, und das Eine wurde über das Andere gestellt. Das war die Geburtsstunde der Dämonen.

Als der Weltenbaum mit seinen Wurzeln, die in die Untere Welt griffen, und mit seinen Ästen, die die Obere Welt trugen, die Welten zusammengehalten hatte, habe ich in seinem Stamm gewohnt, der alles verband, und alles war Ganz.

In dieser Zeit wussten die Männer und Frauen, dass Jede und Jeder sein ureigenes Licht hat, das nur ihm oder ihr gehört und niemand hätte es gewagt, das Licht eines anderen anzutasten.
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Text und Fotos: Elisabeth Rolli
Und die wild gespenstisch schönen Kollagen sind von Vera May Rolli

JA!
Ich möchte meine Termine bei euch eintragen

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Johannistiere

Johanniskraut, Johannisbeeren, Johannisblume (wie die Arnika auch genannt wird), Johanniskerze (ein ländlicher Name für die Königskerze) oder auch die Sonnenblume – ihre Namen kennzeichnen diese Pflanzen als Sonnenwesen. Ihre strahlende Kraft und Sommersüße produzieren sie aber allesamt nur für eines: Sex! Und den haben Pflanzen nicht untereinander, sondern mit ihren Liebesdienern, den Insekten. Die Übelriechenden mit den Fliegen, die Nachtblüher mit Nachtfaltern, die Fadenscheinigen mit den Spinnen – und die Sonnenpflanzen mit den Bienen. >>>weiterlesen

Text: Dagmar Steigenberger
Foto: Rebecca D. Pixabay

Mach mit… Wir laden dich ein, deine KreAktivitäten in unserem Spinnerinnen-Netz zu zeigen.

Mit unseren Bildern möchten wir gemeinsamen das Freudensfeuer entzünden und der Kraft, der Lust und der Liebe einen schrägen, verrückten, spielerischen und kreativen Raum geben.

Initiation

Die Begegnung mit Menschen fremder Traditionen und Kulturen inspiriert uns dazu, der eigenen heimischen Tradition und Kultur zu begegnen. Menschen reisen weit, um sich die Erinnerung an die eigene Weisheit „abzuholen“. Etwas, das in der eigenen Heimat vielleicht abhanden gekommen ist: die Initiation. – Wird sie noch gelebt? >>>weiterlesen

Text und Kollage: Sandra Tina Held

Sommerfeuer Füchsin

JETZT
sind die „Sommerfeuer Füchsinnen Tage“ da – Aloha.

Golden und strahlend.
Ich bin in Fülle und reich beschenkt.
Ich umREICHe die Welt und mein Leben.
Ich erlaube mir das zu tun, nach dem mir gerade ist.
Ja sagen.
Nein sagen.

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Text und Füchsin: Su Albrecht

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Eure Früchte sind Inspiration

Die weisse weise Birke spricht:
Ich stehe in Sanftmut und Gleichmut, in Kraft und völliger Hingabe.
Ich bin Botschafterin zwischen den Welten, zwischen Himmel und Erde.
Ich lebe mein volles Potenzial und trage meine Grösse und Früchte mit Stolz.
Meine Wurzeln suchen die nahrhaftesten Quellen.
Meine Blätter wenden sich der Sonne zu.
Ich lebe in Symbiose und strebe nach Vollkommenheit.
Am Ende meines Lebens habe ich mein Dasein ausgeschöpft.
Alles was mir als Baum möglich war. >>>weiterlesen

Text & Foto: Michèle Graf

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Kreise des Lebens Mondscheibe „Rund ist die Urform unseres Lebens“, sagt Galsan Tschinag, Schamane der mongolischen Altai-Tuwiner.

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