Schon in alter Zeit glaubten die Menschen, dass im goldgelben Pflanzensaft des Schöllkrauts die Kraft der Sonne verborgen sei. Weise Frauen und Kräuterkundige nutzten das Schöllkraut nicht nur in der Heilkunde gegen Hautleiden und Warzen, sondern auch für Schutzrituale.
Der goldene Saft der Pflanze erinnerte die Alchemisten früherer Zeiten an flüssiges Gold. Sie versuchten sogar, aus dem Saft Gold herzustellen, da sie in ihm große Wandlungs- und Transformationskraft sahen.
Das Schöllkraut trägt viele Namen, unter anderem auch „Schwalbenkraut“. Einer alten Legende nach nutzten die Schwalben den Saft, um die Augen ihrer Jungen zu öffnen. Aus höherer Ebene betrachtet wird mit dem Saft die innere Sicht geschärft, wodurch verborgene Wahrnehmungen und Wahrheiten erkannt werden.
In der Volksmagie wurde es an Türen und Fenstern aufgehängt, um böse Energien fernzuhalten und das Zuhause vor Neid und Flüchen zu schützen. Auch half es dabei, verborgene Wahrheiten sichtbar zu machen und den Blick zu öffnen. Wegen seiner halluzinogenen Wirkung wurde es auch als Hexenkraut betitelt und soll ein Bestandteil der Hexensalben gewesen sein. Als Amulett getragen, bewahrt es vor jeglichem Unheil.
Schöllkraut gehört zu den Zauberpflanzen, die den Zugang in die Anderswelt ermöglichen. Es ist nicht nur eine Heilpflanze, sondern auch ein Kraut der Schwellenmagie und verborgenen Wege, mit dem sich verschlossene Dinge öffnen lassen. Dies geschieht nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Getragen bei Ritualen und magischen Handlungen, verhilft es zu Klarheit, Wahrheit und schützt vor Täuschung.
In der Volksheilkunde wurde der leuchtend gelbe Pflanzensaft gegen Warzen, Hautmale und Beschwerden der Leber eingesetzt. Die Farbe veranschaulicht die alte Signaturenlehre schön: Gelb blühende Pflanzen wie z.B. Löwenzahn, Odermennig oder Goldrute enthalten leberwirksame Stoffe. Energetisch unterstützt das Kraut dabei, innere Wut und Groll zu transformieren sowie emotionalen Ballast loszulassen.
Der gelbe Saft des Schöllkrauts kann Warzen vertreiben. Der Saft einer bei abnehmendem Mond frisch gepflückten Pflanze auf eine Warze getupft, von entsprechenden Heilgebeten und Heilgesängen begleitet, lässt die Warze verschwinden. Aber Vorsicht, der Pflanzensaft kann bei empfindlicher Haut auch leichte Hautverätzungen hervorrufen.
Schöllkraut ist ein starkes Schutzkraut. Es kann verräuchert werden und mit Heilgebeten und Gesängen zum Schutzschild aufgebaut werden. Es bewahrt vor Unglück jeder Art, wehrt negative und dunkle Energien ab und macht Angreifer wehrlos.
Das Schöllkraut ist eine uralte Wender- und Zauberpflanze und erinnert an die innewohnende Heilerkraft. Oder mit den Worten von Adelheid Brunner: „Dort wo das Schöllraut wächst, ist der Wender zuhause.“
Autorin: Manuela Zuber
Bild: Uliana Pinto Pixabay
Handwerk alltagstauglich & schwellenwirksam gibt's bei uns im Lädeli
-
Bäume und ihr Zauber
- CHF 24.00
-
Allgäuer Fähnchen – M rot
- CHF 22.00
-
Frau Mal’ta Belaja
- CHF 59.00




