Langeweile

Langeweile ist wie zwischen den Stühlen sitzen.

Und doch ist sie die Königsdisziplin der Zeit.

Und so wie Zeit für sich in Anspruch nimmt, fortwährend voranzuschreiten, so nimmt sich die Langeweile das höchste Maß an Stillstand.

Während Langeweile sich ausbreitet, beansprucht sie einen geradlinigen Shitstorm, gepaart mit Rechtfertigung, Gelassenheit und hochgradigem Unwohlsein.
Der Ausdruck „shit happens“ fällt dem Gelangweilten erst viel später ein. Und diesen Zustand mit „Ich bin aufgehalten worden“ zu beschreiben auch.

Eigentlich gibt es für Langeweile keine Erklärung und doch wird sie bis ins kleinste Detail zu verstehen versucht.

Langeweile ist ein Rattenschwanz ohne Ratte.

Das ist wohl, weil Langeweile so wenig Akzeptanz hat. Langeweile läuft ins Leere, ob das stimmt, weiß nur der, der ihr nicht begegnen durfte. Und ob dieser Satz stimmt, weiß der Himmel.

Die Rahmenbedingungen für Langeweile sind:
Überdruss, Enttäuschung, Einerlei, Gleichförmigkeit, Stumpfsinnigkeit, Unlust, Alltag, Tretmühle, Müdigkeit … und ein Zuviel von …

Vermeintlich ist der Gelangweilte noch Herr seiner Aktivitäten, allein sein Körper sagt „Nö“ und „kein Interesse“. Darum sitzt der Gelangweilte, er sitzt und steht und liegt einfach unbeteiligt rum.

Und tut dies dem Anschein nach.

Dass wir es Langeweile nennen, ist, weil Träumerei so ein doofes Image hat.
Dass wir in dem vermeintlichen Nichtstun uns selbst neu erfinden, ist die Antwort, welche die Langeweile uns gibt.

Es braucht die Zeit, bis etwas entsteht.

Und der Himmel weiß warum.

Autorin und Kunststückle: Christiane Holsten

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