Das Herz der SommerFrau ist voll, genährt von einigen selbst gegönnten Erlaubnissen, Begegnungen und einer grossen Portion Selbstermächtigung.
Mit den Füssen im kühlen Schlamm wühlen, Nachsicht mit mir selbst haben, am Enkel schnuppern, Freudentränen sammeln, Lieder summen, am Seeufer hocken, im grossen Kreis mit dem Bärenstamm sitzen, ins Medizinrad eintauchen, mit den Steinen sprechen, mich mit Kojote verschmelzen beim Maskentanz, von den Kogis hören, Gedanken reinigen, offline sein, lachen bis die Brüste beben, weinen und mich dabei im Spiegel anschauen, mit wunderbaren Weibern plaudern – herzlich, echt und tief.
Weissklee und die daran schlürfenden Bienen beobachten, meinen Bauch streicheln, das Feuer darin erkunden, mir viel mehr erlauben, Erdkröten sammeln, bewundern, wie schön und klug sie sind, nachts mit Herzklopfen durch den dunklen Wald laufen, den Naturgeräuschen lauschen, Freundschaften ausmisten, Süssgras destillieren, in meiner Bude laut singend tanzen, bis der Nachbar den Kopf schüttelt, dem betörenden Fingerhut und den Nachtkerzen im Garten begegnen, Fülle pur.
Den Regen riechen, bevor es donnert, mit meiner steinalten Hündin draussen gemütlich schlendern und die Endlichkeit geniessen, Winterlindenduft und Bienensummen einatmen, bis mein Körper surrt, mit dem Drachen aus Spiegelkarpfenschuppen Schutzumhänge für Kriegskinder häkeln, mich immer wieder von meinen Spirits überraschen lassen, Materielles reduzieren, zum ersten Mal ein Tarp aufbauen, hineinschlüpfen und mich freuen wie ein kleines Mädchen, sehr lange auf Schwelle gehen, stundenlang staunend und doch weggetreten im Wald hocken, mich immer wieder neu verlieben in Duft und Geschmack schwarzer Johannisbeeren.
Nachts den Vulkan auf Stromboli besteigen, Schwefelbrocken in der Hand halten, die pure Urkraft eines Vulkanausbruchs erleben, mich bei der frischen schwarzen Erde bedanken, die mich und uns nährt, mich von der Kraft der Wellen umhauen lassen und dem Vulkan Naturschätze von meinem Zuhause mitbringen. Seelenfutter pur, die Natur.
Was für ein Sommer. Was für eine Fülle. Ich bin jetzt schon so voll und beseelt. Und da kommt noch mehr. Voll werde ich sein bis obenhin.
Danke Leben.
Her damit.
Ich werde versuchen, es in Licht und Liebe zu wandeln. Denn nur wer sich wandelt, bleibt sich treu.
Wunderfitz, Selbstermächtigung und einen vogelfreien süssen Sommer für dich.
Sei du dein Sommer.
Autorin: Annette Roemer
Foto: Peter Indergand
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