Hüterin des Chaos

Ups, da ist was schiefgelaufen und das passt zu deiner Energie, Hüterin des Chaos. Habe ich dich übersehen oder warst du einfach nur versteckt hinter all den anderen Geschichten … ? Hüterin des Chaos, wir brauchen dich, wir alle und das gerade jetzt. Du wurdest übersehen, sagst du? Oh, oh, oh, das erinnert mich an die Geschichte der 13. Fee, diejenige, die nicht zu Dornröschens Taufe geladen wurde, als die Zwölf anderen Feen zu Tisch gebeten waren. Oh je, bitte schicke uns nicht in den Schlaf, Hüterin, das ist das letzte, was wir Menschenkinder brauchen können. Wir haben lange genug im Dunklen getappt, Dinge getan, die wir nicht hinterfragt haben, in Träumereien rumgedümpelt und andere vernebelte Sachen ertragen. Das Gegenteil brauchen wir, Hüterin, die andere Seite des Mondes. Wir brauchen Wachsein, Klarsein, in dem was wir erleben, und die Liebe brauchen wir, unsere Liebe für uns selbst und die für das Wesentliche. Dass wir zu uns selbst stehen können, dass wir das Nichtig und das Wichtig nicht mehr trennen, sondern uns für etwas entscheiden. Dass wir anfangen loszulassen, um zu empfangen, was wir wirklich brauchen. Hüterin des Chaos, danke für deinen Wirbelwind, den du hier heute veranstaltest. Du bist willkommen.

Chaos, die auf den ersten Blick ungleiche Zwillingsschwester der Ordnung, katapultiert dich, allein durch ihr Erscheinen, in eine neue Dimension.

Diffus erscheint das Chaos, und so verrückt es sich auch verhält, so sinnvoll ist es auch. In seiner ureigenen Bestimmung ist Chaos die Wiege der Kreativität, es ist das Vergnügen der Fantasie und in all seinem Durcheinander will Chaos gesehen und gebändigt werden. Chaos verbindet und Chaos trennt sich. Chaos liebt die unlogische Ordnung und Chaos fordert dich ein und fordert dich heraus. Die Hüterin des Chaos ist eine leise, präsente Herausforderin, immer auf der Hut, deine Aufmerksamkeit zu wecken. Und wenn die Vernunft sich schon mal ihren großen Zeh am Chaos stößt, dann ist das genau das, was Sinn macht.

„Meine Aufgabe ist es, deutlich zu machen,“ sagt die Hüterin des Chaos, „dass jedes, auch noch so kleine Ding, welches ich ans Licht bringe, einen Sinn hat“.

Wenn die Hüterin des Chaos in dein Leben tritt, lädt sie dich ein, aktiv zu werden. Du wirst nicht umhinkommen, jedes einzelne Teilchen, das da rumliegt, in deine Hände zu nehmen, es zu betrachten und zu begutachten, um es dann auf dem Haufen zu platzieren, zu dem es gehört. Das mag dir etwas unlogisch vorkommen, denn die Hüterin spricht auch davon, wie sinnvoll ihr Durcheinander ist, warum dann aussortieren? Die Hüterin des Chaos stellt dich vor die Aufgabe, dich zu entscheiden. Welche Bestandteile in dem Chaoshaufen kannst du für deine Ordnung brauchen?

Das gilt im Übrigen für jede Situation, die sich aus Chaos entwickelt: für deine Gedanken, für die Worte, die du sprichst, die Texte, die du schreibst, für das Bild, das du malst, den Kleiderschrank, der ruft, dass er ausgemistet werden will, den Keller, Schreibtisch, die Garage und, jetzt wird es spannend, für das Chaos in deinen Gefühlen.

Die Hüterin des Chaos sagt: „Ich bin sowohl die Quelle als auch die Mündung und in allem, was ich bin, bin ich die Herausforderung für das Neue, das entstehen will.“

Heute entscheidest du dich für das, was du vom Chaos brauchen kannst. Bleibe ganz bei dir und fühle, wie du auf deinen Füßen stehst, dann folge deiner Intuition. „Ich bin das Chaos, ich brauche Bewegung und ich rufe nach meinem Meister, denn tief in mir drin sehne ich mich nach Neuordnung“, wirbeln die Worte der Hüterin des Chaos durch die Schlaufen deiner Wahrnehmung.

Wollen wir an dieser Stelle das Chaos mal ein bisschen auseinandertüfteln: wie entsteht es und warum ist es da. Chaos ist meistens „ein etwas zu viel von“ und Chaos entsteht in der Regel mehr oder weniger nebenbei – oder auch gerne, wenn dein Plan noch kein Ziel hat. Chaos ist die Quelle dessen, was sich gestalten will, um in eine neue Ordnung eintreten zu können. Jeder Bestandteil des Chaos ist sehr neugierig, was die Unruhe des Chaos erklärt. Chaos ruft nach Sortierung. Wir alle sammeln ziemlich viel Chaos an und das hat nicht mal etwas mit Unordnung zu tun, es ist eher so, dass das Chaos sich auch selbst ansammelt.

Überlege mal, hast du eine Vorstellung davon, wie viel Gedanken sich parallel in deinem Kopf tummeln? Achte da mal drauf, es sind unzählige und ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich, versprochen.

Die Hüterin des Chaos wäre heute nicht zu dir gekommen, um dich aufmerksam zu machen, wenn es da keinen Grund gäbe. – Mache dich auf den Weg, deine Neugier wartet schon.

Und wenn du magst, gibt es hier eine Übung: Heute wirst du zu einem Macher, folge deinem Impuls, am besten dem ersten. Wenn du dich für das äußerliche Chaos entscheidest, packe an. Wenn es das Innere ist (Gedanken und Gedankenkarussell, Gedankenreste), nimm Stift und Papier und schreibe auf. Oben auf deine Liste schreibst du: Brauche ich! Brauche ich nicht. Handle intuitiv, hinterfrage nur einmal kurz. Sei konzentriert und folge deinem Gefühl. (Dein Fühlen ist im Chaos? Konzentriere dich auf deine Fußsohlen, nimm wahr, wie diese mit dem Boden verbunden sind, auf dem du stehst). Wenn du fertig bist, lege deine Liste offen hin oder hänge sie an eine Wand, sie liebt es, dass du sie im Vorbeigehen anschaust. Und erinnere dich, Chaos sehnt sich nach Ordnung. Deine Liste spiegelt dir, was du brauchst und was du nicht mehr brauchst, das schafft Erleichterung und Klarheit für dein Denken. So beginnst du Stück für Stück, dich mit dem Wesentlich zu umgeben.

„Nimm mich an, als Wiege deiner Kreativität“, sagt die Hüterin des Chaos.

Autorin: Christiane Holsten
Bild: Christiane Holsten

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