Kaum ist die totale Mondfinsternis vorbei, schon kommt der nächste Mond-Superlativ: drei Super-Vollmonde von Oktober bis einschließlich Dezember, die besonders groß und hell am Nachthimmel zu sehen sind! Aber wie kommt es überhaupt zu einem Supervollmond? Und hat er nun eine Wirkung oder nicht?
Wenn der Mond der Erde am nächsten ist
Alle 27,5 Tage kommt der Mond auf seiner elliptischen Bahn um die Erde derselben besonders nahe; die Wissenschaftler nennen diesen erdnächsten Punkt „Perigäum“. Das Perigäum kann der Mond zwar in jeder Phase erreichen. Doch es kann mal satte 370.000 Kilometer weit weg sein, und mal nur 356.000 Kilometer. Wie nahe der Mond der Erde jeweils im Perigäum kommt, hängt von den Mondphasen ab: Bewegt sich der Mond als Halbmond durchs Perigäum, fällt der Minimal-Abstand mit rund 370.000 Kilometern relativ groß aus. Nur als Neu- oder als Vollmond schafft er es, der Erde bis unter 360.000 Kilometer nahe zu kommen. Den minimalsten Abstand zur Erde erreicht der Mond immer dann, wenn das Perigäum mit dem Vollmond zusammentrifft. Das liegt daran, dass nicht nur die Erde, sondern auch die Sonne am Mond zieht. Bei Vollmond schwächt sie die Fliehkräfte bei seiner Erdumrundung am stärksten ab und er rutscht am nähesten an die Erde.
Welche Kriterien ein Super-Vollmond erfüllen muss
Um den Mond einen Supervollmond zu nennen, reicht es den einen, wenn er als Vollmond seinen erdnächsten Punkt erreicht. Die anderen lassen einen Super-Vollmond erst dann gelten, wenn er weniger als 360.000 Kilometer von der Erde entfernt ist. Das trifft zwar meistens auf den Vollmond im Perigäum zu, aber eben nicht immer. Und selbst beim Messen der Entfernung gibt es Unstimmigkeiten, denn wie misst man den Abstand zwischen Erde und Mond? Von Erdmantel zu Mondkruste? Oder von Erdmittelpunkt zu Mondmittelpunkt? Auch wenn der Vollmond am 7. Oktober bereits sehr groß erscheinen wird: den maximalen Super-Vollmond gibt es erst einen Monat später im November zu sehen. Und beinahe genauso nah und groß nochmal im Dezember.
Wie ein Super-Vollmond wirkt
Spannend und umstritten zugleich ist auch die Wirkung eines Super-Vollmondes. Wer nahe der Meeresküste lebt, den überrascht es sicher nicht: Zu Voll- und Neumond fallen Ebbe und Flut stärker aus als sonst. Ein Supervollmond verstärkt die Gezeiten noch einmal – genauso übrigens ein Superneumond. Auch die Kontinente werden von der Anziehungskraft durch Sonne und Mond dann stärker als sonst angehoben und wieder losgelassen. Dass daraus auch ein höheres Erdbebenrisiko folgt, klingt logisch. Trotzdem halten die meisten Wissenschaftler die These, die Richard Nolle in den 1970er Jahren aufgestellt hat – nämlich dass Super-Vollmonde das Risiko von Erdbeben und Vulkanausbrüchen erhöhen – für falsch. Ich habe mal die 20 stärksten Erdbeben (seit es seismologische Messungen gibt) mit den Mondzyklen verglichen – und bin auf dasselbe Ergebnis wie Nolle gekommen: Mehr als die Hälfte dieser Erdbeben passierten in einem Mondzyklus mit Supervoll- bzw. Superneumond. Vielleicht lässt sich die Skepsis der Wissenschaftler auch damit erklären, dass Nolle Astrologe war …
Autorin und Foto: Dagmar Steigenberger
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