Die Walnuss

Zwischenräume, Wandel und erfüllte Wünsche

Ich sitze unter einem Walnussbaum und hab ihn gebeten, mir Ideen zu liefern. Es zieht mich fest zu ihm momentan.

Die Walnuss, der Baum des Wandels, der Geburtsbaum, der uns immer helfen kann, wenn neue Lebensabschnitte anstehen. Wir befinden uns momentan im grossen Wandel. Wie im Aussen so im Innen, wie im Innen so im Aussen. Freundschaften, Beziehungen, Existenzen, Träume zerbrechen, rechts und links kracht und donnert es.

Und ich sehe all die Herzen, die sich zusammenziehen und wissen, dass sie loslassen müssen. Dass sie Menschen, Ideen und Wünsche ziehen lassen müssen… Wenn das Herz die Tore weiter geöffnet hat und jemand rein- und einfach wieder rausspaziert ist. Das Herz hinterherbrüllt, aber die Silhouette schon am Horizont verschwunden ist, das Herz die Tür zuknallt, um dann immer wieder verstohlen durchs Guckloch zu gucken oder die Tür einen Spalt zu öffnen, vielleicht ist er ja zurückgekommen.

Der Mensch, die Hoffnung, der Traum. Doch da steht nichts und niemand. Und das Herz denkt „die Hoffnung stirbt zuletzt!“, und im selben Moment „weisch waaaaas…“ Riegel vor, fertig lustig…. (um 10 Minuten später wieder zu güggseln).

Übrig bleibt eine leere Stelle und eingravierte Namen, Wünsche und Träume.

Momentan geht es vielen so. Freundschaften, Existenzen, Träume zerbrechen. Es sind viele Wunden, die heilen müssen. Es ist eine Zeit des Wandels, der Umstrukturierung, der Neufindung…

Altes geht, Neues wird kommen, aber noch befinden wir uns in Zwischenräumen.

Unsicherheit, Unstetigkeit, ein Hangeln von Tag zu Tag. Was wird kommen? Was wird vielleicht wiederkommen? Und wovon müssen wir uns vielleicht für immer verabschieden?

Der Baum wiegt sich, ein Blatt gleitet runter, auch er ist im Wandel, bereitet sich auf den nahenden Winter vor.

Ein Blatt für deine Träne, scheint er zu flüstern, schrei nur, schrei in meine Krone hoch, ich kann dich tragen, lehn dich an, ich halte dich, aber sei nicht so dramatisch, Mädchen.

Die Wildrose nebenan schüttelt entrüstet ihre Blätter; es geht ums Herz, da kann es gar nicht dramatisch genug sein. Der Walnussbaum seufzt. Als würde er sich nicht mit Herzen auskennen… Er stärkt, die Wildrose heilt.

Die zwei kennen sich schon lange, kennen, lieben und zanken sich.

Um beide bin ich dankbar.

Alles wird gut, sagen sie beide.

Es ist eine Zeit, in der ich mich nachts gerne in die Wasseraufbereitungsanlage schleichen würde, um literweise Walnussessenz ins Trinkwasser zu kippen (und Rose bildschön, flüstert die Wildrose, ja machi, aber heute schreibe ich über die Walnuss, nix für ungut), wir brauchen sie so dringend.

Die Walnussessenz kann uns helfen, uns abzugrenzen, sei es von Mitmenschen, Medien oder anderen Einflüssen, die uns nicht guttun.

Sie kann uns helfen einen eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen und uns treu zu bleiben. Sie ist eine Schwellenblüte, die uns bei Übertritten in neue Lebensabschnitte helfen kann.

Doch nicht nur seelisch kann die Walnuss helfen.

Die Haut, unser grösstes Organ, reagiert oft sehr schnell auf seelische Abgrenzungsthemen. Eine starke Abkochung der Blätter als Kompresse aufgelegt, kann bei Hauterkrankungen aller Art erstaunlich schnell Wirkung zeigen. Wie im Innen so im Aussen und umgekehrt. Auch bei Herpes hilft das Nussöl schnell und zuverlässig.

Wer schon einmal unter einem Walnussbaum gelegen hat, weiss um seine Kraft, bloss einschlafen sollte man unter ihm nicht.

Da er gerne allen Schutz bietet, tummeln sich auch gerne Naturgeister unter ihm und ein schlafender Mensch kann zu allerlei Unfug verleiten (was dann für die Geister lustig sein mag, für den Menschen aber „nid so“), zudem heisst es, dass sich Träume unter einem Walnussbaum erfüllen werden.

Na gut, wenn man sich absolut sicher ist, dass man nur Gutes träumen wird, wäre es vielleicht einen Versuch wert, ich übernehme allerdings keine Verantwortung für Besetzungen, weil jemand gerade mal ein Taxi gebraucht hat. Aber ich schweife ab.

Die Walnuss wird der Sonne und dem Feuer zugeordnet – Kraft, Kraft, Kraft und Feuer. Aufstehen, weitergehen in neue Abschnitte, neue Etappen auf dem Lebensweg.

Und als Wunscherfüller, als der er gilt, kann man sich wohl kaum einen besseren Begleiter wünschen. Es heisst, dass wenn man jemandem einen Beutel voller Walnüsse schenkt, sich all seine Wünsche erfüllen werden.

Ich wäre also dafür, dass wir uns gegenseitig wild Walnüsse schenken.

Dass wir uns wieder Gutes wünschen, uns nicht entzweien lassen von den Umständen. Dass wir füreinander nur das Beste wünschen und uns auch gegenseitig in den Zeiten des Wandels unterstützen.

Dass wir wieder auf unser Herz hören, denn nur so können wir den Wandel meistern… Und wir werden ihn meistern.

Mit dem Herrn Walnuss als kraftvollem Begleiter.

(Und jaaaaaa, natürlich Frau Wildrose. Ich schreib schon noch über dich, jetzt stürm nid so!)

Text: Lina Engler
Fotos: Annette Roemer


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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Petra

    Liebe Lina, lieben Dank für die vielen interessanten Informationen zur Walnuss, die mich schon seid Jahren begleitet, wie mir jetzt bewusst wird. Besonders der wahnsinns Duft von Blätter und Nusshülsen hats mir angetan, ich kann mich kaum sattriechen davon 😉

  2. Lina

    Hallo Petra
    Das Gefühl kenn ich☺️ Ich muss bei Spaziergängen auch immer mein ‚Schnupperi’mitnehmen, wenn ich an einem Baum vorbeikomm. Die grünen Nüsse oder Blätter find ich dann überall wieder, in Hosentaschen, Rucksäcken, Handtaschen, ich lagere die überall😄