
Heute.
Eigentlich ein Tag wie jeder andere –
und dennoch …
es rief, es zerrte.
Bilder, immer wieder Bilder.
Und dann dieser Rehkopf,
der schon so lange wartete.
Die ErstMenschen.
Ihre Zeichen. Ihr Leben. Ihre Bilder.
Ihre Visionen.
In Stein.
In Fels.
In die Haut der Erde.
Die ErstMenschen hinterließen keine Sätze.
Sie hinterließen EnergieMuster –
sichtbar, lesbar,
präziser als jedes Buch.
Ein Sonnenrad,
geteilt in vier Schilde,
umgeben von sechzehn Punkten:
Ordnung. Jahreskreis. Lichtlauf.
Eine Frau in Adorantenhaltung;
die Arme erhoben,
rufend,
verbunden mit der Sonne.
Unter ihrem Becken ein Punkt,
ein Kreis:
Kreislauf. Werden. Schöpfung.
Atem des Lebens.
Ein Gehörnter –
Medizinmann, Schamane, Waldgott.
Er tanzt,
schlägt die Trommel gegen die Stille,
nicht als Musik,
sondern als Portalöffnung.
Ein Boot,
Spiralen an Bug und Heck –
Urzeichen für Übergang, Bewegung,
für Aufbruch und Rückkehr.
Reise zwischen Welten.
Seelenüberfahrt.
Daneben
der Mondkalendermensch:
Vier Finger –
vier Himmelsrichtungen,
vier Jahreszeiten.
Über ihm sieben mal vier Punkte –
der Rhythmus der Nächte,
der Atem des Mondes,
der Zyklus der Frauen.
Diese Zeichen,
einst in Fels geschlagen,
waren heute wieder da.
BÄHM.
Sie zischten,
sie flüsterten,
fast zu laut –
und dann doch
leise. Tief.
Sie rufen jene,
die bereit sind zu sehen,
dass Wissen nicht im Kopf wohnt,
sondern im Körper der Zeit.
Heute.
Der Ruf der ErstMenschen.
Der Ruf der Alten vom Stein.
Der Ruf des Zyklus,
der nie endet –
nur wiederkehrt.
Verewigt auf einem Rehschädel,
der selbst ein Boot ist.
Ein Übergang von Wald zu Geist.
Ein Tor von Leben in Erinnerung.
Spürst du es?
Autorin, Handwerk und Bilder: Susanna Amberger
Und hier gibt’s noch mehr von und über Susanna aka Süsü
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