Vor langer Zeit, als Mutter Erde sehr lange unter Schnee und Eis begraben war, versteckten sich die Pflanzen aus Angst vor der Kälte tief im Boden der Erde.
Doch die Menschen und Tiere benötigten dringend Wärme und Heilung für ihren Körper. Die Sonne hatte Mitleid mit den Geschöpfen der Erde und schickte einen kleinen goldenen Funken auf den kalten Erdboden. Dieser Funke fiel auf eine kahle Stelle am Boden. Dort entstand sogleich eine kleine gelbe Blume, der erste Huflattich.
Die Menschen waren erstaunt, wie ein Pflänzchen auf einem kalten Boden so hell leuchtend erblühen konnte, sehr lange bevor überhaupt das Grün dieser Pflanze zu sehen war. Eine alte Frau erkannte dieses Zeichen und meinte: „Diese Blume trägt ein Stückchen Sonne in ihrem Herzen. Sie ist ein Zeichen von Mutter Erde, die die Brust von Menschen und Tieren erwärmt und den Atem zu heilen vermag.“
So sammelten sie die Blüten und Blätter der sonnengelben Blume, und wenn jemand hustete oder der Atem schwer wurde, glaubten sie, dass der Huflattich die Wärme der Sonne in die Lungen der Menschen und Tiere hineinträgt.
Die alte Frau warnte dennoch die Menschen, indem sie sagte: „Diese Pflanze kommt früh aus der Erde, weil sie auf der Schwelle zwischen Winter und Frühling steht. Sie steht auch auf der Schwelle zwischen Krankheit und Heilung. Behandelt dieses kleine Sonnengewächs mit dem nötigen Respekt.“
Seitdem galt der Huflattich als Bote des Frühlings und Heiler für Atemwegserkrankungen. Wenn sich die gelben Blüten zeigen, wissen die Menschen bis heute, dass der Winter nun vorbei ist und der Frühling nicht mehr weit.
(frei erzählt nach einer gefundenen Geschichte im Netz)
Botanisch gehört der Huflattich zur Familie der Korbblütler. Seine gelben Blüten erscheinen sehr früh im Jahr, oft schon im späten Winter, lange bevor sich die großen Blätter entwickeln. Diese frühe Blüte machte ihn zu einem Symbol des Neubeginns, der Rückkehr der Sonne und der Überwindung von Krankheit und Dunkelheit.
Der Huflattich gehört zu den ältesten bekannten Heilpflanzen Europas und nimmt in der Volksmedizin und in der Volksmagie eine besondere Stellung ein. Er wurde geschätzt wegen seiner starken Wirkung bei Atemwegserkrankungen, sowie seiner symbolischen und magischen Eigenschaften. In vielen Regionen galt der Huflattich als eine Pflanze, die zwischen Heilung und Zauber vermittelt.
In der Volksmedizin wurde der Huflattich vor allem bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Aus den Blättern bereitete man Tees, Sirup oder Rauchmischungen zu, die gegen Husten, Bronchitis und Heiserkeit helfen sollten. Getrocknete Huflattichblätter wurden geraucht oder als Räucherkraut auf heiße Kohlen aufgelegt, damit der Rauch eingeatmet werden konnte. Man glaubte, dass der Rauch die Lunge reinigt und von hartnäckigem Husten befreit. Die Blätter konnten ebenfalls verwendet werden. Zerstampfte Blätter in einen Umschlag gepackt, halfen bei Entzündungen, Wunden oder Hautproblemen.
In der Volksmagie deutete man die frühen sonnengelben Blüten als besonderes Zeichen der Lebenskraft. Daher galt die Pflanze als Schutzkraut gegen Krankheit und negative Einflüsse. Huflattichblüten und -blätter, gebunden in kleine Bündel, wurden über die Haustür oder die Stallungen aufgehangen, um Mensch und Tier vor Flüchen oder sonstigen bösen Geistern zu schützen Das Verbrennen von getrockneten Blättern und Blüten, oft zusammen mit Wacholder, Beifuß und Johanniskraut, sollte die Räume reinigen und Krankheiten aus dem Haus und den Räumen vertreiben.
Der Huflattich wurde in Beuteln oder als Amulett getragen, um Gesundheit, Lebenskraft und Energie sowie die Atemkraft zu erhalten. Außerdem sollte er vor bösen Blicken und als Schutz vor Schadzauber helfen. Man glaubte, zauberkundige Menschen könnten mit dem Huflattich Schadzauber betreiben, indem sie seine heilende Wirkung umkehrten.
Wenn ein Pferdehändler zum Markt fuhr, um seine Pferde zu verkaufen, sollte er Huflattich unter das Futter mischen. Die Tiere bekämen dadurch ein feuriges Aussehen und seien jung und dynamisch, selbst wenn es sich um einen älteren Gaul des Händlers handelte.
Die schleimlösenden Inhaltsstoffe des Huflattichs sind sehr wirksam gegen Husten, weshalb er lange Bestandteil pflanzlicher Arzneimittel war. Allerdings enthalten die Blätter auch sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, die bei längerer Anwendung gesundheitsschädlich sein könnten.
Autorin und Fotos: Manuela Zuber
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Ach wie wunderbar das Erzählen der VorVorderen zu dieser sonnigen Pflanze – da lacht mein Herz gerade sonnig mit – Danke!