Das Salomonssiegel

In Rübezahls Garten wächst das magische Salomonssiegel, auch Springwurz oder Weißwurz genannt. Es vermag jedwede Krankheit, auch jedes noch so aussichtslose Gebrechen zu heilen. Wer den Garten Rübezahls findet, kann heimlich die wertvolle Wurzel ausgraben und wird mit Glück, Gesundheit und Reichtum beschenkt. Aber wehe, der große Berggeist Rübezahl bemerkt den Diebstahl. Dieser Mensch wird in Rübezahls Reich eingeschlossen und muss für immer und ewig in den Bergen zwischen Felsen und Steinen verweilen. (Märchen und Geschichten aus dem Riesengebirge)

In Märchen und Legenden wird das Salomonssiegel häufig als ein magisches Zeichen dargestellt, das nur auserwählten Helden oder weisen Figuren zugänglich ist. Es kann in Form eines Amuletts, eines Rings oder eines Zaubersymbols erscheinen. Die Träger dieses Symbols sollen besondere Fähigkeiten besitzen, wie das Erkennen verborgener Wahrheiten, das Abwehren böser Geister oder das Erreichen von unerreichbaren Zielen.

Wenn man die Blüten des Salomonssiegels auffächert, erkennt man seine Signatur. Die Signatur der Blüten gleicht dem Salomonstern bzw. dem Davidstern und wird als Schutzsymbol oder auch Siegel verwendet.

Die Wurzel ähnelt einer Wirbelsäule. Sie zeigt sogenannte Rhizome, an denen der Stängel der Pflanze jedes Jahr neu austreibt.

Der Namen der Pflanze leitet sich von König Salomon ab, der in der Bibel als ein sehr weiser und magischer Mann beschrieben wird. Er soll mit einer Springwurz an dem Ort die Felsen gesprengt haben, wo er anschließend sein Schloss erbauen ließ.

Das Salomonssiegel ist in der Lage, Türen zu verborgenen Welten oder Schatzkammern zu öffnen. Es wird auch als Schutzsymbol gegen dunkle Mächte verwendet. In manchen Geschichten wird das Siegel auf magischen Artefakten oder in alten Büchern gefunden, die nur von den Weisen oder Auserwählten gelesen werden können. Das Siegel soll die göttliche Weisheit und die Macht des Königs widerspiegeln, die auch in Märchen als eine Art höhere Gabe dargestellt werden.

Aus schamanischer Sicht eignet sich die Springwurz zur Loslösung uralter Verkrustungen, sowie zur Lösung festsitzender Blockaden. Durch die tiefe Verbindung mit dem Pflanzenwesen der Springwurz und einer Art Übereinkommen mit dem Geist der Pflanze ist sie bereit, bei schamanischen Arbeiten dem Hilfesuchenden zur Seite zu stehen und bei Verkümmerungen der Seele, bei tiefem Schmerz und festsitzender Trauer die Mauern um die Seele einzureißen und die Gefühle und Emotionen wieder in den Fluss zu bringen. Bewegung ist Heilung, hier kann das Salomonssiegel wundervoll behilflich sein. Auch wenn Dinge aussichtslos erscheinen, Not und Konflikte groß sind, hilft das Salomonssiegel weiter. Er verhilft zur vollständigen Transformation.

Das Pflanzenwesen ist eher kristalliner Art. Es hat die Verbindung zu den höheren Wesen und gehört meinem Empfinden nach den Sternenvölkern an. Seine Weisheit und Klugheit ist fein, kristallin und ätherisch und bezieht das Wissen aus anderen Dimensionen. Es verbindet mit dem Licht der neuen Zeit und den Gitternetzen der Erde.

Die Pflanze wächst an sehr besonderen, energetischen Plätzen, an Kraftplätzen, meist am feuchten Waldrand. Wer sie findet, kann sicher sein, auf einen wirklich besonderen Platz gestoßen zu sein. Dort treffen sich Zeit und Raum. Die Grenzen vermischen sich. Elfen und andere Waldgeister sind präsent. Der Platz ist lebendig, zauberhaft und magisch.

Aus Sicht der Volksheilkunde ist die Pflanze giftig, besonders die Beeren. Deshalb gräbt man nach dem Vergehen der Beeren im Herbst die Wurzel aus. Die Wurzel kann in Ölen, Salben und Tinkturen weiterverarbeitet werden. Denn das Salomonssiegel ist ein Helfer für Knochen, Sehnen und Bänder. Eine Salbe aus der Wurzel des Salomonssiegels kann bei verkürzten oder überdehnten Sehnen, Sehneneinrissen, Sehnenscheidenentzündung, Verspannungen der Muskeln oder auch bei Wirbelsäulenblockaden helfen. Er ist also rund um den Bewegungsapparat ein willkommener Helfer.

Eine Blütenessenz oder eine Räucherung hilft uns, die Dinge aus einer höheren Ebene wahrzunehmen. Wir erkennen Reinheit und Wahrheit und es erfüllt uns mit dem kristallinen Licht, das zu einer inneren Klarheit verhilft. Die Räucherung löst Verhärtetes, Blockiertes und Krankes, erhöht die gesamte Schwingung und hilft bei Seelenreisen. Sie kann auch bei Schwellenübertritten zu Hilfe genommen werden.

In der Volksmagie: Die Sage spricht von einer geheimnisvollen Springwurz, die nur der Specht findet und die jede verschlossene Türe öffnet. Um den Wuchsplatz der Springwurz zu finden, verschließt man hierzu die Baumhöhle des Spechtes.
Dieser wird, nachdem er versucht hat, in seine Höhle zurückzukehren, losfliegen, um die Springwurz zu holen, damit er den Höhleneingang wieder öffnen kann. Wenn dies geschieht, folge dem Specht, er wird dir zeigen, wo die Zauberpflanze zu finden ist.

Mit dem Salomonssiegel lassen sich außerdem geheimnisvolle Quellen finden, genauso wie verborgene Schätze und unermesslicher Reichtum.

Ein Amulett aus der Wurzel, getragen bei abnehmendem Mond, befreit Mensch von jeglichen Hühneraugen. (Die Rhizome der Wurzel sind knotig verdickt, deshalb galt die Springwurz in der Signaturenlehre auch als Mittel gegen Hühneraugen).


Der Schwarzspecht ist ein Kräutermann,
kennt manches Zauberkraut im Tann,
das im Verborgnen sprießet.
Er hält ob einer Wurzel Wacht,
die alle Schlösser springen macht
und jede Tür erschließet.

Rudolf Baumbach (1840 – 1905)

Autorin: Manuela Zuber
Fotos: Annette Roemer

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