Letztens führte mich mein Weg nach Hundwil, wo ich einen Weiterbildungstag bei Stefanie in ihrer Wildkräuterschule erleben durfte. Ein Tag voller Genuss, Wissen und lebendiger Pflanzenmagie.
Unter anderem gingen wir dabei auf eine schamanische Reise zu unserem Pflanzenspirit. Von dieser besonderen Reise möchte ich dir erzählen.
Irgendwo in einer weiten Landschaft stand ich, barfuss. Ich lief in einen taufeuchten, dichten Wald hinein. Nach ein paar Metern sah ich einen kleinen Bach und ging darauf zu. Erst ging ich am Ufer entlang, um dann watend und suchend im Bachlauf meinen Weg zu finden. Nach einer ganzen Weile sah ich einen kleinen Wasserfall, der munter aus dem aufragenden Hügel sprudelte. Alles war über und über mit dichtem Moos bewachsen. Es drang kaum Sonnenlicht durch das dichte Blätterdach über mir. Links vom Wasserfall standen ein gutes Dutzend grosse Tollkirschenpflanzen im Halbschatten. Direkt hinter den Belladonnas führte ein Weg in eine Höhle. An diesem ganz besonderen Ort stand ich nun, verzaubert. Ein Gedanke formte sich in meinem Kopf: Tollkirsche hatten wir schon, mehrfach, vielleicht bin ich zu festgefahren … Ich probiere den Weg in die Höhle, vielleicht sollte ich zu einer anderen Pflanze geführt werde, vielleicht wartet weiteres Erfahren auf mich.
Irrtum, rechts neben dem Wasserfall kam ich wieder raus, glasklar die Botschaft in meinem Kopf, du bist da schon ganz richtig, geh zurück zum Platz bei den Tollkirschen. Na dann …
Ich watete abermals in den Bach und wusch mich mit dem klaren Wasser. Danach entfachte ich am Ufer ein schönes, wärmendes Feuer. Während ich dasass, begann die Tollkirsche zu sprechen und forderte mich auf, ihre Beeren zu pflücken. Eine für das Wasser, eine für Erde, eine für Feuer, eine für Luft und eine für mich. Diejenige für Wasser liess ich in den Bach fallen, die für Erde vergrub ich vorsichtig, die für Feuer warf ich in mein Feuer, die für Luft schmiss ich so hoch ich konnte in die Luft, wo ein Rabe sie prompt frass, und die letzte Beere ass ich. Diese eine erlaubte mir zu fliegen. Ich breitete innerlich die Flügel aus und liess alle selbst errichteten Grenzen und Stauungen in meiner Seelenlandschaft einstürzen. Mit jedem Atemzug lösten sich alte Verhärtungen. Was lange festgehalten war, kam endlich wieder in Bewegung, zurück in seinen natürlichen, lebendigen Fluss. Es fühlte sich an wie ein befreiendes Erdbeben! Mit jedem Flügelschlag weitete sich meine Seelenlandschaft ein Stück mehr, und ich spürte, wie meine Spirits mich liebevoll weitertrugen, genauso wie ich es in diesem Moment brauchte: hinein in Klarheit, Freiheit und eine vertrauensvolle Hingabe an das Leben selbst.
In stiller Verbundenheit dankte ich meinen Spirits, die mich auf diesem Weg begleitet und getragen hatten. Als ich meine Augen wieder öffnete, war ich tief bewegt.
So ging ich an diesem Tag nicht nur mit neuem Wissen nach Hause, sondern auch mit einer tiefen inneren Weite. Etwas in mir war wieder ins Fliessen gekommen, leise, kraftvoll und wohltuend klar.
Ich bin Licht und Dunkel
Ich bin Schatten und Rauch
Ich bin Wissen und Macht
Anmerkung: Die Tollkirsche ist in allen Pflanzenteilen hoch giftig und nicht zum Verzehr geeignet. Bei der hier beschriebenen Reise war ich zu keinem Zeitpunkt mit der echten Tollkirsche (Atropa Belladonna) in Berührung.
Autorin: Claudia Burren
Foto: Annette Roemer
Mehr über die Wildkräuterschule von Stefanie Gross-blau gibt es hier:
www.wildkraeuterschule.ch
Schamanisches ... alltagstauglich und schwellenwirksam gibt's bei uns im Lädeli
-
Göttinnenzyklus
- CHF 39.95
-
Allgäuer Fähnchen – M rot
- CHF 22.00
-
Die Kräuter in meinem Garten
- CHF 49.00






Deine schamanische Reise ist so glasklar und faszinierend. Tollkirschen-Flügel! Und dann diese Weite und Freiheit. Superschön. 🪶🪶🪶