5 Jahre Spinner:innen

Raum schaffen für Vielfalt und Unterschiede.

5 verwobene wunderbare Spinnerinnenjahre sind ins Land gezogen. Unsere Spinnfäden sind durch Türen gedrungen, zu Ohren gekommen, haben für Anregung oder Aufregung gesorgt oder den einen oder anderen tief zufriedenen Seelenseufzer ausgelöst.

Ein feines Spinnnetz hat sich in dieser Zeit in Mitteleuropa über die Landschaften gelegt. Vereinzelte Spinnfäden sind sogar einmal um die Erde geflitzt. Die einen sorgen dabei zart schimmernd für feine neue Gedankenimpulse. Andere gehen klar und steinig ans Eingemachte.

Was die Worte aus unseren Spinnstuben gemeinsam haben, ist ihre Ehrlichkeit, ihr Scheinen aus wahrhaftigen Leben, ihr authentisches Leuchten.

Und dass ihr, liebe Leser:innen, unseren Worten und Bildern eure Neugier und Zeit schenkt, freut uns spinnerinnenspinnig fest! Durch euch findet unser Netz Resonanz, kann weitergesponnen und lebendig gehalten werden. Von Herzen DANKE!

Dieses Netz soll Platz schaffen für Vielfalt und Unterschiede, für Toleranz und Anteilnahme, für ein Miteinander und für Respekt. Für pure Ehrlichkeit und fürs Menschsein.

Geboren aus einer Reise von Annette, geschaffen aus ihrem Wirken und Zusammenspinnen, kreiert aus ihrem Sein, sind wir heute 13 Spinner:innen. Eine bunte Vielfalt mit unterschiedlichem Ausdruck und Schaffen. Vereint durch die gemeinsame Liebe zum Schreiben.

Michèle Maria Graf

Fünf Jahre Kreis, fünf Jahre Fäden, manchmal verknotet, manchmal gerissen, doch immer wieder neu aufgenommen.

Wir haben gelacht, bis die Bäuche schmerzten, gestritten, bis die Luft brannte, und geschwiegen, bis die Stille uns trug.

Wir sind nicht brav, wir sind nicht angepasst, wir sind Spinnerinnen – wild, frech, ehrlich, und manchmal ganz schön verrückt.

In unserer Vielfalt liegt unserer Magie und unsere Stärke.

Doch genau darin liegt die Tiefe: in der Freiheit, echt zu sein, und im Vertrauen, dass der Faden und unser Kreis hält.

Wir sind verbunden durch Respekt, mit Wahrheit und mit der wilden, weiblichen Macht des Seins.

Was für ein Weg, möge er sich in bunten Fäden vor uns ausbreiten!

Claudia Burren

Gefetzt, aber mit Kultur

Seit ein paar Jahren gibt es den Begriff der „Bubble“ für den Umstand, dass mir im Netz oft nur Beiträge angezeigt werden, die der Meinung entsprechen, die ich laut Algorithmus vertrete.

Ich sitze also in einer grünen, roten, schwarzen, blauen oder wasweißich-farbenen Schublade und sehe um mich herum immer nur genau diese eine Farbe.

Die Spinnerinnen sind keine „Bubble“. Die Spinnerinnen sind ein Netz, bestehend aus kunterbunten Fäden, gewebt von den unterschiedlichsten Persönlichkeiten mit einer Vielfalt an Meinungen. Was dieses Netzwerk auszeichnet, ist eine lebhafte Diskussionskultur, in der es mit Herz und Hirn in die Tiefe geht, bestehende Konventionen auch mal angezweifelt oder kritisch beleuchtet werden. Wir müssen nicht alle einer Meinung sein, ja wir wollen es gar nicht zwingend!

Diskussionskultur bedeutet nämlich: Es wird gefetzt, aber mit Kultur.

Das oberste Gebot ist die gegenseitige Wertschätzung. Das macht das Netz der Spinnerinnen so lebendig, so elementar, so tragfähig und beständig. Für mich ein Beispiel dafür, wie Gemeinschaft gelingt.

Dagmar Steigenberger

5 Jahre Miteinander.
Gemeinschaftliches Tun und Sein, sich gegenseitig inspirieren und anstacheln, Kritik aushalten, Lob weitergeben, kreativ, verrückt, wissbegierig sein, aber auch eigenes Wissen weitergeben, sich gegenseitig Halt und Sinn geben.

5 Jahre Mut.
Der Mut, sich zu zeigen, Neues auszuprobieren, zu scheitern und zu wachsen. Der Mut auch, für seine Ideen, Meinungen und Überzeugungen hinzustehen, dabei Gegenwind ebenso auszuhalten wie Anerkennung.

5 Jahre Feuer.
Das Feuer, das in jeder Spinnerin brennt und glüht und sie antreibt, aber ebenso das Feuer in ihrer Mitte, das verbindet, wärmt und gemeinsame Energiequelle ist.

5 Jahre Vielfalt.
Ein bunter Haufen toller Weiber, jede anders, jede auf ihre Art einzigartig und mit ihren eigenen Facetten, die glänzen und leuchten und die Welt vielleicht ein bisschen besser machen.

5 Jahre und kein Ende.
Die Spinnerinnen-Geschichte geht weiter, wird in die Welt gebracht, wo sie strahlt, berührt und etwas bewegt. – Überraschungen sind auch in Zukunft garantiert …

Typisch Spinnerinnen halt.

Peter Indergand

Wer hat denn eigentlich hier Geburtstag?

Der Rabe fliegt mitten auf die Geburtstagstafel. Ganz knapp neben die Sahnetorte mit den Schnapspralinen obendrauf.

Wer denn nun???

Die Spinnerinnen, die Buchstaben, die überschäumende Fantasie, die Grammatik und die Satzzeichen, irgendein Größeres darüber oder darunter, blankpolierte Autor:innen-Medaillen oder die Geschichten?

Der Rabe schnappt sich eine Schnapspraline. Köstlich.

Tja. Was passiert eigentlich mit Geschichten, die nicht gelesen werden? Und wer schreibt denn die Geschichten? Die, die den Stift hinterm Ohr haben oder die, die Geschichten lesen? Was ist Wirklichkeit und wie kommt etwas in die Welt?

Ist doch klar. Durch die Leserinnen und Leser.

Noch ein Praline.

Nämlich – ohne Leserinnen und Leser gibt es überhaupt keine Geschichten. Sie verschwinden einfach. So sieht’s aus. Denn nur so können sie in die Träume der Leserinnen und Leser tanzen und sich weiterspinnen. Und von ihnen werden sie herumgetragen, in Seide gehüllt, weitergegeben und neugierig beschnüffelt.

Noch ein kleines Pralinchen.

Also – keiner weiß wirklich wer hier schreibt, wer liest, wer spinnt und überhaupt. Die Geschichten legen sich eh nicht fest und fliegen mal hier hin, mal dort hin.

Alles klar?

Der Rabe schnappt sich noch eine allerletzte Schnapspraline, kommt, wie zufällig, mit seinem Flügel ein bisschen an die Sahnecreme und fliegt davon.

In einem leicht angeschickerten Girlandenflug.

HAPPY BIRTHDAY

Ihr herrlichen, zauberhaften, wunderfitzigen, kritischen, frechen, mutigen, klugen und seelenwilden Leserinnen und Leser.

Christine Kostritza
Rabenbild: Iris Käufer

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Karin FRANTZKE

    Danke ihr Lieben Spinnerinnen für euer Wirken
    Gruß Karin

    1. Annette Roemer

      Danke dir liebe Karin von Herzen.

  2. Susann

    Ich höre die Geschichte von einer Frau, die seit fünf Jahren an einem ganz bestimmte Feuer sitzt. Die Geister riefen sie, ein Feuer zu entfachen, und sie tat es. Und nicht nur hat sie es entzündet, sie hütet es auch mit Würde und Kraft, mit Inspiration und einem enormen Durchhaltevermögen.
    Immer mal wieder wirft eine von uns ein Scheit ins Feuer und sagt: „Ja, ja, Annette, zu dir, der Feuerhüterin.” Möge es dir gelingen, noch viele Jahre für uns das Feuer zu hüten und uns einzuladen, unsere Holzscheite zu bringen, damit du Kraft hast für dein und unser gemeinsames Wirken.
    Dein Wirken nährt und bestätigt so viele, die mit dir ums Feuer sitzen. Ja, sagt es zu uns. Dieses Ja, das die Fäden spinnt und uns anspornt, unsere eigenen Feuer zu hüten.
    Danke, Annette, für deinen Spritz, deine leuchtenden Augen, dein feuriges Herz und dein Ja zu uns Frauen. Danke, dass du immer wieder Fäden von deinem Feuer wirfst und so mitwirkst, dass Mutter Erde gewürdigt wird und wir uns daran erinnern, wer wir wirklich sind.
    Mögen noch viele Holzscheite, Fäden, Gesponnenes, Geliebtes und Gelachtes an dein Feuer kommen. Danke, dass du die Kraft hast, das Feuer zu nähren – diese ewige Flamme, die seit Tausenden von Jahren in uns Frauen brennt und so die Welt am Laufen hält.

    1. Annette Roemer

      Liebe Susann

      Danke fürs Sehen.
      Fürs Erinnern.
      Für dein Ja.

      Deine Worte nähren mein Feuer, ein Holzscheit aus alter Zeit, gelegt mit Wissen und Vertrauen.

      Ich schaue zurück in den September 2020.
      Fünf Tage draussen im SEIN ums Medizinrad mit dir und vielen urigen Weibern.
      Wind. Regen. Erde. Feuer.
      Du als Hüterin und geniale Lehrerin des Medizinrades.
      Heute Vertraute und Freundin.

      Freidenkerinnen wie du sind wegweisend.
      Sie rufen nicht.
      Sie erinnern.

      Wenn ich heute am Feuer sitze, dann auch, weil du mich gelehrt hast, dem Ruf zu folgen.
      Zu bleiben in der Dunkelheit.
      Das Feuer zu hüten, nicht zu besitzen.

      Danke für dein Mitgehen.
      Für dein Sehen.
      Für dein Wirken.

      Ohne Dich würde es die Spinner:innen nicht geben.

      Deine Annette 🔥